Entscheidungsstrategien – Entscheidungen richtig gut treffen

Das Thema mit Entscheidungen…

Entscheidungsstrategien – Ich bin mir sicher, dass jeder schon einmal darüber nachgedacht hat, wie richtige Entscheidungen getroffen werden können. Nur zu Beginn die grundlegende Frage: Was ist eine richtige Entscheidung? Nun, auf diese Frage gibt es keine Antwort. Menschen treffen genau in jenem Zeitpunkt einer Entscheidung die richtige, wir handeln immer aus unserer besten Option heraus. Wenn Du also eine Entscheidung triffst, dann ist es in diesem Moment genau die richtige, denn Du würdest bestimmt nicht absichtlich eine falsche Entscheidung treffen. Was uns bis heute gelähmt hat, eine Entscheidung nun wirklich zu treffen, ist der Mindfuck bzw. die vielen Gedanken, Bilder, Videos und Stimmen im Kopf, die uns alle möglichen Horrorszenarien vorspielen, die passieren könnten, wenn wir uns entscheiden.

Warum es keinen Sinn macht, sich den Kopf zu zerbrechen

Auch wenn die Bilder im Kopf sehr bedrohlich wirken können, haben wir bis dato noch nicht die Fähigkeiten, um in die Zukunft zu sehen. Somit gleicht der Mindfuck, was alles passieren kann, einem Glaskugelschütteln einer Hellseherin. Wären wir wirklich in der Lage, alle Entscheidungen und deren Folgen vorherzusehen, wäre es klüger, sich auf Lottozahlen oder Aktienkurse zu fokussieren, anstatt sich schlechte Bilder im Kopf zu machen. Fakt ist, wir wissen nicht einmal, was in den nächsten Sekunden passiert, somit auch nicht, welche Konsequenzen eine Entscheidung mit sich bringt.

Rationale und irrationale Entscheidungen

In meiner Welt stellt sich die Frage, ob Entscheidungen rational oder irrational sind, nicht. Rationale Entscheidungen basieren auf einem Abgleich von „was wäre wenn“ Verknüpfungen, die uns ein gutes Gefühl geben, also ein schönes Bild, wenn wir das Szenario im Kopf durchgespielt haben. Irrationale Entscheidungen hingehen würden nach einem Abgleich im Kopf ein Bild von „passt nicht ganz in unsere Kultur“, „das tut man nicht“, „das ist nicht richtig“, … usw. hervorrufen, also eine Kernintension von Zweifel, Angst oder vielleicht auch Mangel. Somit siehst du hier deutlich, dass auch vermeintlich rationale oder irrationale Entscheidungen auf Basis von guten und schlechten Gefühlen getroffen werden. Wie Du schon weißt, entstehen Gefühle von Bildern, die wir uns selbst machen, somit gibt es auch keine rationalen oder irrationalen Entscheidungen.

Ein einfacher Versuch zeigt Dir, wie eine vermeintlich irrationale Entscheidung rational gemacht werden kann. Denk an etwas, das für Dich irrational war bzw. nicht vernünftig erscheint. Schau Dir nun genau die Bilder oder Filme an, die Dir jetzt durch den Kopf gehen, höre die Stimmen, die in Dir nun sprechen. Vielleicht siehst Du jetzt Menschen, die Dich komisch ansehen oder abwertend über Dich reden, weil Du eine Entscheidung getroffen hast, die vielleicht irrational erscheint. Nun wandle die Bilder und Töne in Deinem Kopf so um, dass diese Entscheidung richtig cool ist. Menschen applaudieren Dir und beglückwünschen Dich, dass du diese Entscheidung getroffen hast. Nun vergleiche die irrationale Entscheidung, bei der Du die Bilder so verändert hast, dass sie als rationale Entscheidung erscheint, mit einer anderen für dich getroffenen, rationalen Entscheidung. Du wirst merken, dass nun auch Entscheidungen, die irrational scheinen, rational dargestellt werden können. Nun hast Du festgestellt, dass nur Du selbst, mit Deinen Bildern, Videos und Stimmen im Kopf entscheidest, was rational und irrational ist. Somit ist es meiner Meinung nach gar nicht möglich, rational und irrational zu entscheiden, denn es sind die Gefühle, die unsere Entscheidungen täglich lenken.

Richtig gute Entscheidungsstrategien

Gibt es eine Möglichkeit, Entscheidungen immer gut zu treffen? Nun, ein Rezept dazu gibt es nicht. Was es gibt, sind Entscheidungsstrategien, die es Dir ermöglichen, Entscheidungen besser zu treffen. Das magische Wort ist die Kernintension. Was genau ist es, das Dich beflügelt, diese Entscheidung zu treffen? Kernintensionen sind der kleinste gemeinsame Nenner in diesem Thema. Sie sind als erstes dafür verantwortlich zu machen, weshalb es überhaupt soweit gekommen ist, dass Du eine Entscheidung treffen möchtest. Diese Ur-Idee ist der Motor hinter der Entscheidung und maßgeblich daran beteiligt, ob eine Entscheidung gut ist oder nicht. Wenn beispielsweise die Kernintension eine negative ist, und Du auf Basis dessen eine Entscheidung triffst, ist diese meist eine nicht so gute. Ist die Kernintension eine gute bzw. positive, dann trifft die Entscheidung meist voll ins Schwarze und entpuppt sich als Highlight. Du wirst Dich jetzt vielleicht fragen, woran Du eine gute oder weniger gute Kernintension erkennst. Die Antwort ist einfach: Es gibt 2 wesentliche Faktoren. Zum ersten hast Du wahlweise ein gutes Gefühl im Bauch, erzeugt von einer positiven Kernintension oder eben ein negatives von einer schlechten. Hier ein Beispiel: Soll ich den neuen Job annehmen? Kernintension positiv: neue Herausforderung, Veränderung, Spaß, Glück, Wohlstand usw. Sollte die Kernintension in diese Richtung gehen, kannst Du die Entscheidung treffen. Denn diese hat eine positive Ausgangssituation und ein positives Zielebild. Kernintension negativ: Angst, weniger Geld, doofe Kollegen, arroganter Chef, … usw. Sollte die Kernintension in diese Richtung gehen, würde ich die Entscheidung noch nicht treffen und die Kernintension in eine positive Richtung verändern oder von der Idee abgehen und die Entscheidung verwerfen.

Eine andere Möglichkeit, die Kernintension herauszufinden, ist, alles bis zum kleinsten Nenner zu hinterfragen, bis es keine Fragen mehr gibt. Hier ein Beispiel: Ich möchte einen Universitätsabschluss: Jetzt hast Du ihn und dann … Ja dann bekomme ich einen guten Job, … Jetzt hast du den besten Job und dann … Dann verdiene ich viel … Jetzt bist Du Multimilliardär und dann … Ja dann kann ich mich auf die Couch legen und mach nur mehr Freizeit. Was macht Dein Unterbewusstsein bei dieser Verkettung? Es schaut sich alle Wenn-Dann-Verknüpfungen an und entscheidet, ob für das Erreichen des Endresultats, also der Kernintension, in diesem Fall das „auf der Couch liegen“, auch alle Zwischenschritte notwendig sind. In diesem Fall könnte ich jetzt auch schon auf der Couch liegen, ohne Uni Abschluss und ohne guten Job, der mich zum Multimilliardär macht. Somit kannst Du zwar die Entscheidung treffen, den Abschluss zu machen, jedoch wird Dich Dein Unterbewusstsein nicht mit Motivation unterstützen, denn es will ja schließlich auf die Couch. Es kann in diesem Fall sein, dass jemand mit so einer Kernintension das Studium sogar abbricht, weil er keine Lust dazu hat. Ein Paradebeispiel für eine schlechte Entscheidung. Dasselbe geht natürlich auch in die andere Richtung. Ich will den Abschluss, weil ich den unbedingt brauche, damit ich etwas erreiche (z.B. selbst auf einer Uni zu unterrichten). Dann ist die Kernintension eine richtige und wird dich täglich motivieren, wirklich dran zu bleiben.

Mir ist in meiner Arbeit als Trainer aufgefallen, dass in den meisten Fällen eine Angst die Kernintension ist, welche die Menschen als Entscheidungsbasis nutzen und ganz ehrlich, Angst ist sicher nicht der beste Start für Neues. Löse sie einfach auf, bevor Du eine Entscheidung triffst.

Wie ändere ich eine Kernintension? 

Grundsätzlich, wenn eine Kernintension negative Wurzeln hat, würde ich generell von der Entscheidung abraten bzw. mich dagegen entscheiden. Aus meiner Erfahrung kommt nicht viel Gutes dabei raus, wenn Du mit einer negativen Kernintension startest. Was Du jedoch machen kannst, ist, die positiven Aspekte zu finden, welche die Kernintension hat. Nimm das Beispiel mit der Couch – frage Dich, was genau an der Couch so toll ist, dass Du mit viel Geld gerne drauf liegen möchtest. Vielleicht ist der Grund ja, dass du eine Auszeit haben möchtest, um etwas anderes zu machen, dass Du Zeit brauchst, um nachzudenken oder was auch immer. Du kannst die negative Kernintension positiv machen, jedoch sei vorsichtig, wenn dieser „Versuch“ nur Deinen bewussten Verstand etwas vorgaukeln möchte. Anders ist es, wenn die Kernintension eine Angst ist. Verändere dazu einfach die Bilder von der Angst, mach Sie witzig, liebevoll oder was auch immer, damit sie verschwindet. Coaches können Dir dabei auch ganz einfach helfen.

Entscheidungsstrategien sind ein spannendes Thema, wenn Du bedenkst, dass sich alles nur im Kopf abspielt und nur die Bilder für so vieles verantwortlich sind. Da Du Dich entschlossen hast, vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer zu werden, um endlich Deine Gedanken unter Deine Kontrolle zu bekommen, wirst Du merken, wie einfach es ist, noch besser und schneller richtig gute Entscheidungen zu treffen.

Quellen:

Stefan Grabler

Stefan Grabler, MSc – Kommunikationstrainer, Coach und Dinge witzig Macher. Ich liebe schräge und neue Ansätze, die traditionelle Herangehensweisen ein bisschen ins wackeln bringen.